GOJI BEERE: HEILPFLANZE MIT GESUNDER WIRKUNG

Goji-Beeren sind die Beeren des Gemeinen Bocksdorns (hierbei handelt es sich um ein Nachtschattengewächs aus der Gattung der Bocksdorne) und wird auch als Chinesische Wolfsbeere bezeichnet. Der Gemeine Bocksdorn ist ein sommergrüner Strauch, der bis zu vier Meter hoch werden kann. Er kommt in freier Natur von Südosteuropa bis China vor, wo Goji-Beeren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Verwendung finden.

Inhaltsstoffe der Goji-Beere

Die Beeren enthalten viele wichtige Stoffe, zum Beispiel:

  • Antioxidantien: Die Früchte weisen einen recht hohen Gehalt davon auf. Antioxidantien können Ihre Körperzellen vor den Angriffen von freien Radikalen schützen. So wehren sie Zellschäden ab, die auf Dauer Zivilisationskrankheiten auslösen können. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie nie krank werden, wenn Sie die Beeren essen. Sie liefern Ihnen nur einen zusätzlichen Schutz.
  • Phenole: Auch diese sekundären Pflanzenstoffe schützen Sie vor Schäden durch freie Radikale.
  • Carotinoide: Diese Stoffe, zu denen unter anderem Beta-Carotin gehört, sind in keinem anderen Obst in solchen Mengen enthalten wie in den Wolfsbeeren. Sie bieten einen gewissen Schutz vor Schäden an der Netzhaut. Das enthaltene Lycopin, das auch in Tomaten vorkommt, kann Männern einen Schutz gegen Prostatakrebs bieten.
  • Selen: Die Beeren sind so reich an Selen, dass schon 130 Gramm ausreichen, um den Selenbedarf eines Tages zu decken. So sorgen sie dafür, dass unter anderem die Produktion Ihres Schilddrüsenhormons funktioniert.

Goji-Beeren als Nahrungsmittel

Zu kaufen gibt es diese kleinen, gesunden Beeren meistens getrocknet (wie Rosinen) und als Saft. Doch was lässt sich anstellen mit diesen kostbaren Beeren? Kaum erwähnenswert, weil schon weit verbreitet, ist der Vorschlag, die Beeren ins morgendliche Müsli zu geben. Einen erfrischenden Früchtetee erhält man dazu, gießt man einige getrockneten Beeren mit heißem Wasser auf. In pikanten Gerichten lassen sich überall dort, wo man gern mit süßen Beeren und Rosinen Akzente setzt, zur Abwechslung Goji-Beeren einsetzen: Zum Beispiel in Füllungen für Geflügel, als Soßenbeigabe für Wildgerichte, in Chutneys und in orientalischen Reis- und Kukusgerichten.

Natürlich lassen sie sich perfekt in der süßen Küche verarbeiten. Besonders mit dem kostbaren, reinen Goji-Saft kann man ungewöhnliche Geschmacksnuancen in Cremes und Puddings zaubern. Auch als Sorbet und Eiscreme kommt der fruchtig sanfte Goji-Geschmack gut zur Geltung. Genauso macht die Goji-Beere in Smoothies, Fruchtsalaten oder als fruchtiger Akzent in Blattsalaten geschmacklich etwas her. Für die Verwendung ist es fast immer besser, die trockenen Beeren zuvor in Wasser einzuweichen. Das Wasser lässt sich meistens später mit verwenden. Als Anregung finden Sie nun hier eines der etwas außergewöhnlicheren Goji-Beeren-Rezepte:

Frittierte Kürbisküchlein

Dafür werden gut 80g Goji-Beeren eine Stunde zuvor einweicht und abgegossen. 500 g Kürbiswird in Würfel geschnitten und in etwas Wasser gegart. Beides zusammen mit 125g Mehl, zwei Eiern, Salz und Zucker nach Geschmack in den Mixer geben und zu einem Püree verarbeiten. Dann in einer Pfanne mit reichlich Öl die kleinen Küchlein ausbacken oder frittieren. Das dauert ungefähr acht Minuten, dann sind sie schön braun. Auf ein Küchentuch zum Entfetten ablegen und mit etwas Zimtstaub und Zucker nach Wunsch anrichten. Ein außergewöhnlicher Genuss!

Die Heilwirkung der Goji-Beere

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die Beeren im getrockneten Zustand gegenBluthochdruck und erhöhten Blutzucker, bei Problemen mit den Augen und zur allgemeinen Unterstützung des Immunsystems eingenommen sowie zur Vorbeugung und Behandlung von Krebs. Erste Laboruntersuchungen haben ergeben, dass Extrakte des Gemeinen Bockdorns bei Glaukomerkrankungen die Zerstörung des Augennervs verhindern können, stark antioxidative Eigenschaften haben und in der Pflanze enthaltende Polysaccharide das Immunsystem positiv beeinflussen. Goji-Beeren enthalten eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralien und gelten als nährstoffreich. Sie sollen die Fettverbrennung unterstützen und die Gesundheit der Haut positiv beeinflussen.

Zusammenfassend soll sie also:

  • die Libido erhöhen
  • antibiotisch wirken
  • das Herz stärken
  • das Immunsystem verbessern
  • vor Augenerkrankungen schützen
  • die Blutfettwerte senken
  • Alterungsprozesse hemmen

Die Schattenseite Beere

Experten befürchten: Goji-Beeren sind in der Lage, die Wirkung von Medikamenten zu beeinflussen; beispielsweise können sie die Wirkung von Gerinnungshemmern entgleisen lassen. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte festgestellt. Als Folge drohen schwere Blutungen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt ausdrücklich vor dieser Wechselwirkung, da in mehreren Fällen (aus dem asiatischen Raum) nach Verzehr der Beeren oder daraus zubereitetem Tee oder Saft die Blutgerinnungszeit (messbar mit dem INR-Wert) von zuvor stabil auf einen Vitamin-K-Antagonisten eingestellten Patienten stark angestiegen war.

Falsche Angabe über die Herkunft der Beeren

Oft wird die Goji- bzw. Wolfsbeere unter falschen Voraussetzungen verkauft. Es wird mit Angaben geworben, die so nicht richtig sind. Im Umlauf sind vor allem drei verschiedene Beerensorten:

  1. Beeren aus Wildsammlungen: Es gibt auf dem Weltmarkt definitiv keine Goji-Beeren, die wild wachsen. Alle Beeren, die Sie außerhalb der Ursprungsgebiete kaufen können, werden eigens für den Export gezüchtet. Sie wachsen auf Plantagen: In China gibt es über 100.000 Hektar, auf denen nur Goji-Beeren gezüchtet werden.
  2. Beeren aus dem Himalaya: Hier werden die Beeren gar nicht geerntet. Diese Gegend eignet sich nämlich nicht, um im großen Stil Lebensmittel für den Export anzubauen. Lediglich in einigen wenigen Tälern des Himalaya gibt es vereinzelte kümmerliche Sträucher, die nur wenige Beeren liefern.
  3. Beeren aus Tibet: Auch dort werden keine Wolfsbeeren für den Export erzeugt. Es gibt zwar bestimmte Arten, die in Tibet wachsen, aber nicht die, die Sie kaufen können. Das Klima ist im rund 3.000 Meter hoch gelegenen Tibet einfach zu rau für diese Beeren.

99 Prozent aller Beeren kommen dagegen aus dem Ningxia-Tal in China. Aber mit den „Mode-Bezeichnungen“ Tibet und Himalaya lässt sich mehr Geld verdienen. Immerhin gelten die Menschen, die hier leben, als gesund, naturverbunden und sie werden recht alt. Mit „China“ assoziieren wir Europäer dagegen überfüllte Großstädte mit Millionen von Menschen und große Umweltverschmutzung. Aus diesem Grund sind übrigens auch die Beeren, die als „tibetisch“ oder „aus dem Himalaya stammend“ verkauft werden, teurer als Beeren ohne Herkunftsbezeichnung. Der Inhalt aber ist der gleiche. Wollen Sie also Goji-Beeren kaufen, greifen Sie daher zu den preiswerten ohne die Fantasiebezeichnungen.